Schweizer Schulsystem

Das Schweizer Schulsystem unterscheidet grundsätzlich zwischen:

  • Vorschulstufe (2 Jahre)
  • Primarstufe (6 Jahre)
  • Sekundar­stufe I (3 Jahre)
  • Sekundarstufe II (Dauer und Ausrichtung variabel)
  • Tertiärstufe (Universität, Fachhochschule…)

Primär sind die Kantone für das Schulwesen verantwortlich. Entsprechend kann das System von einem Kanton zum anderen leicht variieren.

Der Besuch der Vorschulstufe, der Primarstufe und der Sekundar-
stufe I ist obligatorisch. Der Eintritt in die Vorschulstufe erfolgt mit vier oder fünf Jahren.

Die Vorschul- und die Primarschulstufe absolvieren alle Kinder gemeinsam. Ab der Sekundarstufe I werden sie nach Leistungsniveaus eingeteilt. Die Bezeichnungen variieren je nach Landesteil (Realschule, Sekundarschule, Bezirksschule…).

Nach Abschluss der obligatorischen Schule haben Jugendliche die Wahl zwischen verschiedenen weiteren Ausbildungen:

Handelsmittelschule HMS

Die Handelsmittelschule, auch Wirtschaftsmittelschule genannt, ist eine kaufmännische Berufs- und Mittelschulausbildung. Sie kombiniert die Berufsausbildung mit einer breiten Allgemeinbildung auf hohem Niveau. Die HMS schliesst an die 2. oder 3. Klasse der Sekundarschule an und führt in einem dreijährigen Lehrgang zum eidgenössischen Fähigkeitszeugnis Kauffrau/Kaufmann. Anschliessend kann in einem vierten Jahr die eidgenössische kaufmännische Berufsmaturität ablegt werden. Diese berechtigt zum prüfungsfreien Zutritt an eine Fachhochschule.

Seitenanfang

Gymnasium

Das Gymnasium ist der klassische Weg für Jugendliche, die ein Universitätsstudium anstreben. Es schliesst mit der Matura (auch Maturität genannt) ab. Diese eidgenössische Prüfung berechtigt zum Studium an Schweizer Universitäten, unabhängig davon, ob sie an einer staatlichen oder einer privaten Schule abgelegt wird.

Einige Kantone, so z.B. Zürich, verwenden anstelle von Gymnasium den Begriff Kantonsschule oder Mittelschule.

Leistungsstarke Schüler können direkt nach der 6. Primarklasse ins Langzeitgymnasium übertreten. Es führt in 6 Jahren zur Matura.

Das Kurzzeit-Gymnasium schliesst an die 2. oder 3. Sekundarklasse an. Es führt in 4 Jahren zur Matura.

Es stehen verschiedene Maturitätsprofile zur Auswahl:

  • Alt- und neusprachliches Profil (A)
  • Neusprachliches Profil (N)
  • Mathematisch-naturwissenschaftliches Profil (MN)
  • Wirtschaftlich-rechtliches Profil (WR)
  • Musisches Profil (M)
  • Philosophie/Pädagogik/Psychologie (PPP)

Seitenanfang

Fachmittelschule FMS

Die Fachmittelschule (früher Diplommittelschule) schliesst an die obligatorische Schulzeit an und ermöglicht eine gute Allgemeinbildung. Es werden verschiedene Ausrichtungen angeboten:

  • Gesundheit/Naturwissenschaften
  • Kommunikation/Medien
  • Pädagogik
  • Soziale Arbeit
  • Gestaltung/Kunst
  • Musik/Theater/Tanz

Die Fachmittelschule führt in drei Jahren zum Fachmittelschulausweis, der zum Besuch höherer Fachschulen berechtigt. In einem Zusatzjahr kann die Fachmaturität erlangt werden, die für gewisse Fachhochschulen Voraussetzung ist.

Seitenanfang

10. Schuljahr

Das freiwillige 10. Schuljahr schliesst an die obligatorischen 9 Schuljahre an und dient der Berufsvorbereitung und der Vertiefung des Schulstoffs, z.B. als Vorbereitung auf das Gymnasium. Ein 10. Schuljahr kann auch in der französischsprachigen Schweiz oder in England absolviert werden, um neben dem allgemeinen Schulstoff eine Fremdsprache zu vertiefen.

Seitenanfang

Handelsschule

Anstelle eines 10. Schuljahres kann eine Handelsschule absolviert werden, um kaufmännische Grundkenntnisse zu erwerben. Nach einer zweijährigen Handelsschule und einem Jahr Praktikum kann das eidgenössisch anerkannte Fähigkeitszeugnis erworben werden.

Seitenanfang

Berufslehre

Viele Jugendliche in der Schweiz absolvieren eine Berufslehre. Diese schliesst an die obligatorische Schulzeit an und dauert drei oder vier Jahre, je nach Beruf. An ein bis zwei Tagen pro Woche besuchen die Auszubildenden die Berufsschule, die übrige Zeit arbeiten sie in ihrem Lehrbetrieb, wo sie sich die praktischen Berufskenntnisse aneignen. Als Lehrbetriebe kommen Firmen in der Privatwirtschaft wie auch im öffentlichen Sektor in Frage. Die Berufslehren werden vom Staat überwacht. Die Lehre führt zum Eidgenössischen Fähigkeitszeugnis (EFZ). Leistungsschwächere Jugendliche können eine verkürzte Berufslehre absolvieren, die mit dem Eidgenössischen Berufsattest abschliesst.

In einigen Berufszweigen besteht die Möglichkeit, das eidgenössische Fähigkeitszeugnis im Rahmen eines Lehrgangs in einer Privatschule zu erlangen.

Seitenanfang

Berufsmaturität

Die Berufsmaturität eignet sich als Einstieg in eine Kaderausbildung oder als Vorbereitung für höhere Diplome. Voraussetzung ist eine abgeschlossene Berufslehre. Es gibt sechs verschiedene Richtungen:

  • Technische Richtung
  • Kaufmännische Richtung
  • Gestalterische Richtung
  • Gewerbliche Richtung
  • Naturwissenschaftliche Richtung
  • Gesundheitliche und soziale Richtung

Seitenanfang